Kommt es Ihnen auch so vor, als würde sich Ihr Hamsterrad immer schneller drehen und jede Bemühung, es anzuhalten ist immer nur von kurzer Dauer?

Sie wünschen sich mehr Wirkung, Klarheit und dauerhafte Verhaltensänderung – aber fallen immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück? Ihnen ist bewusst, was Sie ändern müssen, tun es aber einfach nicht konsequent?

Dann benötigen Sie weder ein neues Tool noch weiteres Wissen!

Denn echte Veränderung findet nicht auf der Ebene des Verstandes statt:

  • tiefliegende Verhaltensmuster steuern unser tägliches Handeln
  • unbewusste Glaubenssätze limitieren Entscheidungen
  • strukturelles Know-how allein ändert nicht automatisch Ihr Verhalten

Nachhaltige Verhaltensänderung entsteht erst, wenn Sie die inneren Muster hinter Ihrem Verhalten und Ihren Entscheidungen verstehen und transformieren.

Verhaltensänderung beginnt im Kopf!

Lesen Sie im Folgenden, aus welchem Grund eine wirkliche Verhaltensänderung niemals am Wissen scheitert, aber immer an inneren Bedürfniskonflikten. Wie Sie sich Ihre persönlichen Bedürfniskonflikte aufdecken und den sabotierenden Mustern annähern können. Und schließlich: Wie Sie Strategien entwickeln, diese inneren Muster langsam aber stetig zu Ihren Gunsten zu transformieren.

Machen wir uns auf den Weg, es ist nie zu spät!

Wie kommen Sie Ihren inneren Mustern auf die Schliche? –Selbstreflexion als Schlüssel

Das Tückische an inneren Muster ist, dass Sie allesamt unbewusst ablaufen, also unterhalb Ihrer Wahrnehmungsschwelle. Das bedeutet, Sie haben es gar nicht unter Ihrer bewussten Kontrolle, wie Sie Ihr Verhalten ansteuern, sondern reagieren auf äußere Situationen. Dies geschieht, indem Ihr Unbewusstes nach vergleichbaren Situationen aus der Vergangenheit forscht und ein Verhalten auswählt, was möglichst Schaden von Ihnen fernhält.

Ein weit verbreitetes Muster unter Selbstständige ist „der Kunde ist König“. Wenn dieses Muster also in Ihrem Unbewussten verankert ist, folgen Sie dieser Prämisse und sorgen unbewusst dafür, dass sich der Kunde wie ein König oder eine Königin fühlt. Dann ist es vermutlich so, dass Sie versuchen, ihn oder ihr alles recht zu machen. Sie sind immer erreichbar, Sie machen alles möglich und versuchen jeglichen Wunsch „Ihrer Majestät“ zu erfüllen.

Am Anfang scheint es noch ein lohnendes Vorgehen zu sein. Der oder die Kundin ist zufrieden. Lobt Sie für den tollen Service.

Doch irgendwann fängt er oder sie an, immer mehr zu fordern, meldet sich zu unmöglichen Zeiten und erwartet Unmögliches.

Vom Verstand her wissen Sie, dass Sie eine Grenze setzen sollten, dass Sie einfach Mal nicht erreichbar sein sollten. Oder schlicht „nein“ sagen sollten. Aber… Das geht nicht! Dann könnte er oder sie sauer werden. Schlecht von mir denken. Den Auftrag zurückziehen. Mich bei anderen Kunden schlecht machen. Keinen Folgeauftrag erteilen. So geht das Gedankenkarussell in Ihrem Kopf unablässig weiter.

Und genau hier spricht der innere Saboteur. Leider spricht er nicht wirklich mit klaren Worten mit Ihnen. Dann wären Sie ihm nämlich sicher schon viel eher auf die Schliche gekommen.

Nein, er schickt unterschwellige Botschaften, indem er Ihnen ein schlechtes Gewissen macht.

Wie können Sie nun den inneren Ablauf, der zu Ihrem Verhalten führt, sichtbar machen? Dazu sind zwei Schritte notwendig:

1.    Ihre persönlichen Warnsignale identifizieren

2.    Analysieren, was genau passiert ist

1. Schritt: Warnsignale identifizieren

Dieser Schritt ist vergleichsweise leicht umzusetzen. Denn glücklicherweise ist es nicht notwendig in die tiefen Ebenen der Psyche vorzudringen. Es geht lediglich darum, aufmerksam zu sein. Sie haben nämlich ein vortreffliches Frühwarnsystem: Ihre Gefühle.

Sobald Sie ein Unwohlsein wahrnehmen, setzen Sie ein inneres Stopp-Signal, um Distanz zu schaffen und gehen dann zu Schritt zwei über.

Achtung: Es kann sein, dass Sie sich bereits so an den Zustand gewöhnt haben, dass Ihnen unangenehme Gefühle gar nicht auffallen. Dann sind Sie vermutlich im Funktionieren-Modus gefangen.

Sollte das der Fall sein, starten Sie mit Wahrnehmungstraining und nehmen Sie wieder Kontakt zu sich und Ihren Emotionen auf.

Fragen sie sich dazu einfach 3x täglich (stellen sie sich eine Erinnerung mit den Fragen ein): Wie geht es mir gerade? Und beantworten Sie die Fragen nicht nur mit „gut“ oder „schlecht“ sondern forschen Sie etwas tiefer.

Wenn es Ihnen gut geht, wie genau fühlen Sie sich? -fröhlich, beschwingt, leicht, motiviert, zufrieden, glücklich, …

Wenn es Ihnen nicht gut geht, wie genau fühlen Sie sich? -frustriert, genervt, verärgert, traurig, überfordert, wütende, enttäuscht …

Sobald Sie Ihre Selbstwahrnehmung so trainiert haben, dass Ihnen ein unangenehmes Gefühl wieder von alleine auffällt gehen Sie zu Schritt zwei über.

2. Schritt: Analysieren, was genau passiert ist.

Nutzen Sie für Ihre Analyse die folgenden Leitfragen und beantworten diese schriftlich (wenn Sie das lediglich im Kopf machen, werden Sie die Muster nicht aufdecken):

  •     Was ist rein sachlich passiert? (Versuchen Sie jegliche Wertung oder Interpretation zu vermeiden)

Beispiel: Kunde X rief an und hat noch Änderungswünsche, obwohl die Deadline bereits verstrichen war.  

  •     Welche Gedanken, welche Gefühle und welche Körperempfindungen habe ich dabei wahrgenommen?

Gedanken: Immer diese Sonderwünsche. Der wird immer unverschämter. Was erwartet der denn noch? Wie sollen wir das schaffen?

Gefühle: Wut – Ärger – Frustration

Körperempfindungen: Puls steigt – Stich im Rücken – Herzrasen

  •     Wie habe ich gehandelt?

Beispiel: Ich habe nachgegeben, ihm gesagt, dass wir das dazwischenschieben. Dafür mussten andere Projekte geschoben werden und ich saß mal wieder 2 Stunden länger im Büro.

  •     Wenn ich so weiter handle, was ist die langfristige Konsequenz?

Beispiel: Die Kunden werden immer weiter Druck machen und wir müssen immer kurzfristiger reagieren. Dann rennen wir nur noch hinterher und können gar nicht mehr sauber planen.  

  •     Wie möchte ich stattdessen zukünftig handeln?

Beispiel: Ich möchte einen guten Service bieten und eine zuverlässige Planung und Durchführung der Projekte umsetzen, damit alle Kunden zufrieden ist. Und keine Sonderwünsche mehr dazwischenschieben.

  •     Wovor habe ich Angst?

Beispiel: Dass die Kunden abspringen und wir keine Projekte mehr bekommen.

  •     Wie realistisch ist das?

Beispiel: Eigentlich nicht sehr. Vielleicht werden ein/ zwei „Sonderfälle“ gehen. (Aber ehrlich gesagt, wäre ich dafür sogar dankbar…)

  •     Wie kann ich das also zukünftig umsetzen?

Beispiel: Ich werde im Vorgespräch ganz klar auf die Timings eingehen und den Kunden erklären, wie unser Ablauf ist. Dabei gehe ich noch einmal auf den Grund dieser Planung ein und dass Abweichungen einen erheblichen Mehraufwand erzeugen und deswegen nur gegen Mehrkosten umgesetzt werden können. Am besten integrieren wir das einfach ins Angebot.

  •     Welche innere Überzeugung  benötige ich dafür?

Beispiel: Unsere Planung sichert unsere Qualität. Nur so können wir den Kunden zufriedenstellen. Ich darf Grenzen setzen, klar und höflich.  

  •     Mein neuer Glaubenssatz lautet:

Beispiel:  Ich darf Grenzen setzen!

Alles läuft an einem Punkt zusammen: dem Selbstwertgefühl

Für eine nachhaltige Veränderung ist ein Punkt wesentlich. Unser Verhalten wird sehr stark von unserem Selbstwertgefühl gesteuert. Diese Aussage verursacht möglicherweise eine spontane Abwehr, denn wer möchte schon mit „Minderwertigkeitskomplexen“ behaftet sein. Und genau aus diesem Grund schauen wir dort nicht hin.

Das Selbstwertgefühl oder auch das Selbstwert-Erleben beschreibt, welchen Wert wir uns selbst beimessen. Es ist ein emotionales Fazit, das wir aus vielen Erfahrungen mit anderen Menschen, häufig unseren Eltern oder Erziehungspersonen gemacht haben.

Vereinfacht ausgedrückt haben wir in frühen Jahren gelernt, welches Verhalten dafür sorgt, dass wir gut, also wertvoll sind. Und häufig verschwamm dabei das Verhalten und der Person. Wir wurden für Leistung oder Engagement gelobt oder dafür, dass wir lieb waren oder haben umgekehrt Schimpfe bekommen, wenn wir es nicht waren.

Untergegangen –entweder durch Unwissenheit oder den hektischen Alltag– ist oft die Liebe und Anerkennung unserer selbst wegen. Dadurch habe wir einseitige Schlüsse und Verknüpfungen geschlossen, dass wir nur wertvoll sind, wenn wir ein bestimmtes Verhalten zeigen. Nicht jedoch, dass wir wertvoll sind, einfach weil wir wir sind.

Dies hat unbewusste Verhaltensmuster hervorgebracht, die durch die Einseitigkeit

unglücklicherweise an Bedingungen oder Erwartungen verknüpft sind. Dann fühlen wir uns nur wertvoll und erhalten nur Anerkennung, wenn wir diese Erwartungen erfüllen: „Ich bin nur gut genug, wenn ich brav/ erfolgreich/ beliebt bin.“

Da wir dieses, an Bedingungen geknüpfte Selbstwertgefühl, nur so lange spüren, wie wir das Verhalten zeigen, hat sich daraus ein Teufelskreis entwickelt. Denn wir können das Gefühl des eigenen Wertes nicht konservieren, es ist extrem flüchtig. Und wir brauchen immer eine neue Dosis.

Diese holen wir uns, indem wir die Erwartungen erfüllen, auch, wenn wir längst verstanden haben, dass wir uns dadurch überfordern. Also knicken wir ein und erfüllen dem drängenden Kunden seinen unverschämten Wunsch, denn sonst quält uns das Muster mit einem schlechten Gewissen. Dieses flüstert uns ein, dass wir nicht wertvoll sind, wenn wir nicht dafür sorgen, dass wir es den anderen recht machen.

Und genau dort schließt sich der Kreis: Wir schützen uns mit aller Kraft vor dieser Selbstwertverletzungen und steuern das Verhaltensmuster wider besseren Wissens an.

Wie also entkommen Sie dem Teufelskreis?

Verhalten wird von Ihrer Haltung gesteuert –entwickeln Sie also die Haltung, die zu Ihrem gewünschten Verhalten passt

Genau hier liegt die größte Gefahr des Scheiterns. Denn sobald wir verstanden haben, wie die Dinge zusammenhängen, gehen wir davon aus, das wir es selbstverständlich ab sofort auch genauso umsetzen. Wozu noch weiter quatschen? Alles klar, kapiert, wird so gemacht.

Leider weit gefehlt. Denn wir unterschätzen die emotionale Steuerung in diesen Situationen. Die Situation versetzt uns in Stress, denn es droht ja eine Selbstwertverletzung. Und unter Stress ist unser logisches Denken und Steuern ausgeschaltet. Wir agieren aus unserem emotionalen Zentrum und dort ist das Muster fest verankert.

Also steigen Sie nicht zu früh aus dem Veränderungsprozess aus. Der entscheidende Schritt ist das Verankern der neuen Überzeugung.

Dies geschieht durch fortwährende Wiederholung, mit einer emotionalen Verknüpfung. Es gibt eine Vielzahl an Techniken, die Sie sie dafür anwenden können.

Hier stelle ich Ihnen einige vor, die Sie Ihnen vielleicht bereits bekannt sind und die Sie schnell ohne Anleitung anwenden können:

    Affirmationen

–   Wiederholen Sie Ihre neue Überzeugung mehrmals täglich.

–   Fühlen Sie sich dabei in die Aussagen hinein.

    Alle kleinen und großen Erfolge feiern

–   Freuen Sie sich ganz bewusst, wenn es Ihnen gelungen ist, nach Ihrer neuen Überzeugung zu handeln und steuern Sie in Gefühl von Stolz an.

    Journaling + Vordenken

–   Notieren Sie täglich, wo Sie Fortschritte erkennen.

–   Reflektieren Sie auftretende alte Denkmuster ohne sie zu bewerten Bewertung und stellen Sie sich vor, wie Sie das nächste Mal in dieser Situation reagieren werden.

    Meditation mit Mantra

–   Wiederholen Sie Ihren Glaubenssatz oder eine Kernaussage daraus während einer ruhigen Meditation.

–   Im meditativen Zustand (leichte Trance) wird der neue Gedanke besonders tief gespeichert.

    Sammeln Sie „Beweise“

–   Nehmen Sie sich Zeit und forschen Sie nach Situationen, in denen sie oder auch andere Menschen im Sinne der neuen Überzeugung gehandelt haben und die befürchtete Folge (Kunde springt ab/ redet schlecht über mich/ ist sauer/ …) nicht eingetreten ist.

Und ab hier gilt: Training, Training, Training

FAZIT:

Um wirklich eine nachhaltige Veränderung zu erwirken ist es notwendig, Ihren inneren Saboteuren auf die Schliche zu kommen, Ihre neue Überzeugung herzuleiten und diese dann emotional zu verankern.

Sie wünschen sich beim Aufdecken und Verändern Ihre sabotierenden Glaubenssätze Reflexion von außen?

Dann nehmen Sie unverbindlich Kontakt auf:

mail@marloes-goeke.de